109 ich mich auf der Stelle von Tiſch und Bett ſchei⸗
den.“——
Das iſt mir eine rechte Bagatelle!“ ſagte Tho⸗
maſſiniere aufſtehend;„ich werde das morgen bei ei⸗ nem meiner Freunde, der Notar iſt, auf einmal ſetzen. Dort ſpielt man Ecarté! Der Tiſch ſtrotzt von Gold⸗ von Banknoten; freilich nur ſo iſt das Spiel unter⸗ haltend, ohne das muß man bei dem Ecarté gäh⸗ nen. Alſo abgemacht! Run, gehen wir zu Bette?“
„Gehen Sie immer, mein Herr! wer hindert Sie denn?“ ſagte die lebhaſte Athalie;„wir bedür⸗ fen Ihrer nicht.“
„Meiner Treu', ich habe große Luſt zu ſchlafen.“
„Baptiſt wird Sie in Ihr Zimmer gerade eine Treppe über uns hinaufführen.“
„Und das meinige, theure Freundin, darf ich bit⸗ ten, wo dieſes ſich beſindet?“ fragte die Modedame, während ihr Mann ſchlafen geht, ohne Jemanden gute Nacht zu ſagen, weil das nicht vornehm iſt.
„Das Ihrige, meine Gute?“ antwortet Frau Deſti⸗ val,„je nun, Sie theilen das Ihres Mannes; wir haben auch nur eines anzubieten.“
„Wie! wollen Sie mich vielleicht gar in daſſelbe Bett mit ihm legen?“
„Ja doch, ohne Zweifel.“
„Ach, wie komiſch! aber das begegnet mir ſonſt nie. Ich ſchlafe nicht bei Herrn von Thomaſſiniére!
Sie wiſſen wohl, daß ich mein beſonderes Zimmer habe.“ „Wegen eines einzigen Mals, ſchöne Dame,“


