Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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lungen der Menſchen iſt; wo wir ſehen müſſen, wie Schriftſteller das Geld dem Ruhme vorziehenz Män⸗ ner im Amt um nichts Weiteres ſich kümmern, als daſſelbe zu behaupten, ſtatt nach einem ihren Mit⸗ bürgern erſprießlichen Wirken zu trachten; wie Künſt⸗ ler um das Lob von Leuten betteln, welche ſie ver⸗ achten, und ihre Hand der Dummheit reichen, weil ſie in Gunſt ſteht; wie Gelehrte ihren Kollegen ſorg⸗ ſamlich die Laufbahn verſchließen, ſobald ſie an den⸗ ſelben ein Talent erblicken, vor welchem das ihrige könnte erbleichen müſſen; mit einem Wort, wo dem ſtillen Verdienſte Thür und Thor verſchloſſen iſt, während es ſich weit aufthut vor der Anmaßung, der Geckenhaftigkeit und dem Reichthum! Hätte ſich die Selbſtſucht nicht in allen Ständen eingeſchlichen, wäre die Geldliebe nicht an die Stelle der Rächſten⸗ liebe getreten, ich frage, könnte es denn ſo ſein? Und Du machſt mir noch ein Verbrechen aus meiner Em⸗ pfindſamkeit! und Du tadelſt mich, daß ich die Er⸗ zählung von einer ſchönen That oder einem herz⸗ ergreifenden Unglück nicht hören kann, ohne gerührt zu werden; daß ich mein Geld an Leute hinwerfe, die mich anführen; daß ich mich wie ein Tölpel durch

die Rede eines Kindes fangen laſſe, das für ſeine Mutter zu betteln vorgibt, oder eines armen Tag⸗

löhners, der mich verſichert, er habe keine Arbeit und

kein Brod. Wahrlich! und ſollte ich noch hundert Mal öfter betrogen werden, ich wiederhole Dir's, mein theurer Bertrand, meine Rührſamkeit iſt mir lieber als ihr kalter Egoismus, und ich finde in