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Der Tempelmarkt, den man früher die Halle des alten Weißzeugs hieß, wurde im Jahre 1809 erbaut; er liegt gegenüber von der Rotonde und bildet einen großen Raum, wo ehemals die Tempelmeſſe gehal⸗
ten wurde. Der Marktplatz iſt nicht ſchön, aber man
kann ſeiner Größe wegen eine unermeßliche Menge Waaren darauf unterbringen.
Er iſt in vier Theile eingetheilt, die abermals in kleine Gänge getheilt ſind, welche nur ſo viel Raum leer laſſen, daß eine einzelne Perſon durchgehen kann.
Die Plätze, denn ſo heißt man die Buden eines jeden Handelsmannes auf dem Tempel, ſind ſehr theuer, woraus ſich ſchließen läßt, daß der Verkauf gut ſein muß. Ein Theil iſt zu dem Handel mit alten Kleidern beſtimmt, der andere zu altem Weiß⸗ zeug, der dritte zu altem Eiſen, der vierte zu Fuß⸗ bekleidungen, der fünfte zu Hauben, der ſechste zu Modewaaren oder Theaterkoſtümen u. ſ. f.
Die ſchmalen Gänge dieſes Marktes bieten durch⸗ aus keine Annehmlichkeit zum Spazierengehen darz man geht gewöhnlich auch bloß hin, um Etwas zu kaufen. Ihr könnt daher keine vier Schritte machen, ohne daß man euch zuruſt:„Was ſuchen Sie, Ma⸗ dame?“
„Was wünſchen Sie, mein Herr?“
„Brauchen Sie einen Mantel, einen Schlafrock, ein Paar Stiefelchen?“
„Wünſchen Sie ein Kindszeug, liebes Frauchen? Ich habe, was Sie ſuchen.“
Paul de Kock. LRIv. 7


