Herrin, wirft den Schauſpielern einiges Geld hin⸗ unter, bittet ſie, fortzugehen, und läßt ihren Zeiſig in Freiheit.
In einiger Entfernung gibt die Orgel Veran⸗ laſſung zu einer Scene anderer Art.
Eine Mutter hat erfahren, daß ihre Tochter heim⸗ lich die Briefe eines Handelscommis angenommen
hat, der beſtändig an der Straßenecke auf dieſe wartet und ſie immer mit Blumenſträußen beſchenkt.
Die Mutter, welche aus Erfahrung weiß, welcher Gefahr eine Jungfrau ausgeſetzt iſt, die Blumen⸗ ſträuße und Liebesbriefe annimmt, hat ſich feſt vor⸗ genommen, ihrer Tochter eine tüchtige Predigt zu halten. Sie läßt ſie auf ihr Zimmer kommen und ſagt dort in einem Tone, der die Kleine faſt vor Schrecken erſtarren macht, zu derſelben:„Wie, Fräu⸗ lein, Sie nehmen hinter meinem Rücken Briefe an! Wiſſen Sie, wohin das führt? Wiſſen Sie, was ein Mann von einem Frauenziwmer denkt, welches ſchwach genug iſt, Briefe anzunehmen?“
Eine Orgel kommt und ſpielt:
„O! ihr habt ſtolze Rechte.“
Die Mutter macht eine Bewegung der Ungeduld, ſchweigt einige Augenblicke, und fährt dann fort: „Und was verlangt der Freche, der es wagt, an Sie zu ſchreiben, in ſeinem Briefe?“
Die Orgel ſpielt:
„Entzückend Bildniß! Bildniß meiner Holben!“
Das junge Mädchen beißt ſich in die Lippen und
wendet ſich ab⸗


