Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

81

Sie mich eine Stunde läuten laſſen und nicht ſogleich kommen?

Madame, ich habe gerade meinen Zeli mit Eigelb gefüttert.

Ihr Zeiſig iſt, glaube ich, alt genug⸗ um. zu freſſen; überdieß glaube ich vorzugehen, wenn ich läute, er hätte ſchon ſo lange warten können. Sagen Sie mir aber endlich, was dieſes Geräuſch⸗ dieſer Lärm bedeutet, der mich aufgeweckt hat, wäh⸗ rend ich ſo ſehr der Ruhe bedürftig bin?

Ein Lärm?

Wie, Mamſelle, hören Sie denn nichts In dieſem Augenblick ſchreit man ja wiederTataren! Barbgen! O, es ſind freilich Barbaren! Unge⸗ heuer ſind ſie!

Ach, Madame, es iſt eine Orgel im Hofe!

Nun, Mamſelle, konnten Sie die Orgel nicht fortſchicken, oder den Leuten einiges Geld geben, damit ſie mich in Ruhe ſchlafen laſſen?

Mein Gott, Madame, ich hatte ſi ſie nicht gehörtz ich war ganz mit meinem Zeiſig und meiner Tunk⸗ ſchnitte beſchäftigt.

Mamſelle, ich werde Ihnen Ihren Zeiſig abneh⸗ men, denn ich bin nicht geſonnen, eines Vogels we⸗ gen meinen Dienſt vernachläßigen zu laſſen. Schicken Sie dieſe barbariſche Muſik fort, bezahlen Sie die⸗ ſelbe, damit ſie ſtille iſt und i0 endlich ſchlafen kann.

Die Kammetjungfer vollzieht i ihrer

Paul de Kock. LXIv.. 6

*