Bei jeder Nachfrage antwortet die Normännin ſtets:„Madame, ich will hoffen, daß Sie keinen Verdacht auf mich haben, ſonſt würde ich augenblick⸗ lich Ihren Dienſt verlaſſen.“
„Nein, ich habe gewiß keinen Verdacht auf Dich, aber ich begreife nicht, wie es zugeht.“
„Ihre frühern Mägde müſſen Ihnen wahrſchein⸗ lich viel geſtohlen haben.“
„Ohne Zweifel!“
Allein Madame Bouracand hatte nicht den Muth⸗ die Normännin zu beaufſichtigen.
Als Madame aber eines Abends unerwartet nach
Hauſe kam, während die Magd glaubte, es ſey Alles im Theater, traf ſie das Mädchen, welches man ihr recommandirt hatte, wie ſie ihr eben Halstücher, Strümpfe und Hemden ſtehlen wollte.
Am nächſten Morgen jagte man die Normännin zum Hauſe hinaus und blieb vierzehn Tage ohne Dienſtbote.
Nach Verlauf dieſer Zeit nahm Madame Boura⸗ cand wieder ihre heitere Miene an und rief ihrem Manne entgegen:„Jetzt hat es ein Ende, lieber Freund.“
„Was hat ein Ende?“
„Alle unſere Plackereien mit den Mägden. Nun bekommen wir einen wahren Schatz.“
„Einen Schatz?“
„Ja. O, dießmal können wir uns darauf ver⸗
laſſen; es iſt eine Lothringerin.“
Eine Lothringerin? Das hat, meiner Anſicht
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