Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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gen bekommen wir eine neue Magd. Ich glaube, daß ich endlich gefunden habe, was ich ſuchte; das Mäd⸗ chen hat mir auf den erſten Blick gefallen. Sie iſt eine Normännin, hat ein offenes, freimüthiges Ge⸗ ſicht und iſt erſt zwanzig Jahre alt; ſie mag viel⸗ leicht nicht gerade die Geſcheidteſte ſein, aber ſie kann kochen, was in einer gewöhnlichen Haushaltung vorkommt. Im Uebrigen iſt ſie die Rechtſchaffenheit und Tugend ſelbſt; mein Fleiſcher hat ſie mir re⸗ commandirt.

Herr Bouracand hatte es ſich zur Gewohnheit gemacht, nichts auf das zu antworten, was ihm ſeine Frau ſagte, wenn ſie eine neue Magd dung.

Die Normännin kommt: es iſt ein faſt häßliches Mädchen mit Blatternarben und ſchielt, aber Ma⸗ dame Bouracand ſagt:Man darf nicht auf das Aeußere gehen, es betrügt Einen oft ſchändlich; ich laſſe mich nicht mehr daran kriegen!

Trotzdem pries Madame Bouracand ihre Magd nach den erſten Tagen ihrer Ankunft unaufhörlich. Endlich, ſagte ſie triumphirend zu ihrem Manne, habe ich, was ich ſuchte. Das Mädchen taugt für uns: ſie iſt fleißig, thätig, zerbricht nichts und iſt höflich; ſie ſpricht ganz, wie es ſich ſchickt, und iſt nicht ſo unverſchämt wie Ihre Dorothea.

Herr Bouracand ſchüttelt bloß den Kopf und er⸗ wiedert:Wir wollen noch ein Bischen zuſehen.

Aber bald bemerkte man, daß der Wein abnahm, der Likör verſchwand, Servietten und Tücher abhanden kamen und das Silberzeug nicht mehr vollſtändig war.