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Aber die vernünftigſten Gründe eines Mannes helfen nichts gegen den Eigenſinn einer Frau. Da Herr Bouracand wieder Frieden in ſeiner Ehe haben wollte, ließ er Dorothea fortſchicken.
Madame Bouracand wurde wieder ſanft, liebens⸗ würdig, reizend, und ſagte zu ihrem Manne:„Mor⸗ gen bekommen wir eine neue Magd; Du ſollſt ſehen, wie gut wir bedient werden! Sie iſt rechtſchaffen und die Tugend ſelbſt. es iſt eine Picardierin, ſehr reinlich, ſehr lebhaft, ſpricht recht ordentlich, und was das Kochen anbetrifft, ſo ſcheint ſie voll der beſten Anlagen dazu.“
„Um ſo beſſer, Madame; es wäre mir lieb, wenn wir ſie behalten könnten.“
Die Magd kamz ſie hieß Catharine.
Herr Bouracand warf bloß einen Seitenblick auf die Neuangekommenez er war der Anſicht, daß man, ehe man ſein Urtheil über dieſe Magd ausſprechen könne, ſie wenigſtens vorher einen Monat oder ſechs Vochen kennen müſſe.
Madame Bouracand, welche die Menſchen auf den erſten Blick beurtheilte und ſich nie zu täuſchen behauptete, war am erſten Tage entzückt über ihre neue Bedienung und wurde nicht müde, Catharine zu loben.
Am zweiten Tage war ihr Entzücken weniger lebhaft.
Am dritten Tage ließ Madame Bouracand, welche nicht die Abſicht hatte, ihr Eſſen immer ſelbſt zu be⸗ ſorgen, daſſelbe durch die Magd kochen.
Paul de Kock, LRlv.


