64
Herr Bouracand dachte bei ſich:„Ich meine doch, man eſſe die Fiſche nicht mit dem Löffel!“ Aber er ſchwieg, um keine Händel anzufangen.
Später brachte Madame ihrem Manne alle Tage eine Caſſerole, damit er ſie betrachte, und ſagte: „Sehen Sie, man ſorgt durchaus nicht für unſer Küchengeräthe, es wird nie gefegt; am Ende ver⸗ giſtet man uns noch! Aber Sie wollen Ihre Magd behalten.“
Da dieß Alles übrigens nichts nützte, trat Ma⸗ vame Bouracand eines Morgens, blaß, mit aufge⸗ lösten Haaren und beinahe entſtellten Zügen vor ihren Mann, ſank auf einen Stuhl nieder und rief aus: „Sie muß fort, oder ich verlaſſe das Haus, Sie haben die Wahl!“
„Was gibt es denn wieder, Frau?“
„Was es gibt?.. Das Mädchen hat mich belei⸗ digt.. ja, mein Herr, beſchimpft ſogar! Sie hat geſagt.. wie abſcheulich!.. ſie hat geſagt: ſie ſei, was ich ſei!“ 3
„O, der Teufel! das ſcheint mir wirklich ſonder⸗ var! So weit haben Sie ſie alſo gereizt?.. Sie behandeln ſie ſeit einiger Zeit wie eine Sklavin. Bedenken Sie, Madame, daß die Dienſtboten auch Menſchen ſind; dieſe Leute ſind an und für ſich ſchon unglücklich genug, daß ſie dienen müſſen, man braucht ſie nicht noch von Morgens bis Abends zu demüthi⸗ gen. Gegen mich waren die Dienſtboten immer lich; ich behandle ſie jedoch auch, wie es ſich 8 hört.“


