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Anzug iſt eben ſo beſcheiven als ihr Venehmen;z ſie tragen zwar nur einfach geſcheitelte Haare, aber dieſe find ſo pünkklich und ſorgfältig glatt gekämmt, daß man glauben könnte, ſie ſeien mit Gummi an⸗ geklebt.
Sie haben kein Geſchmeide und keine Halskette, ſondern nur ſehr hoch heraufgehende Kleider und über's Kreuz gelegte Halstücher an; dieſes beweist euch auf den erſten Blick, daß ein ſtrenger Ton in dem Hauſe herrſcht, die Ladenjungfern nie einen Blick auf die Straße werfen, weder miteinander lachen, noch miteinander plaudern, am allerwenigſten aber unter die Thüre ſtehen und den Vorübergehen⸗ den zulächeln dürfen.
Die Krämerin iſt eine Frau in mittleren Jahren, das heißt, eher alt als jung; ſie war früher hübſch, bildet ſich ein, ſie ſei es noch, und glaubt wahrſchein⸗ lich, ſie werde es immer bleiben.
Sie kleidet ſich außerordentlich eitel; ſich ſelbſt erlaubt ſie Blumen, Bänder, Juwelen, kurz Alles, was ſie ihren Ladenjungfern ausdrücklich verbietet; ſie trägt auch falſche Haare, obgleich ſie es nicht geſteht.
Es iſt Etwas in ihrem Weſen und Benehmen, welches man entſchuldigen könnte, wenn ſie in dem Alter ihrer Ladenjungfern wäre.
Dieſe Dame gibt ſich für eine Wittwe aus; ſie behauptet, ſie ſei mit ihrem erſten Manne ſehr un⸗ glücklich geweſen; dieß hindert ſie aber nicht, ihr Möglichſtes zu thun, einen zweiten zu finden.


