Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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ruft aus:Mein armes Bouchenotchen, wie froh bin ich, ich kann Dich alſo noch lieben, immer lieben! Ach, ſiehſt Du, daß Dein Bauchgrimmen fingirt war; Du erſchrackſt nur, wenn Du dieſem abſcheulichen Mann begegneteſt, und hatteſt Furcht, in Unannehm⸗ lichkeiten zu gerathen.

Es iſt wahr, ich geſtehe: Alles, was mich an dieſes entſetzliche Abenteuer erinnerte, brachte mich in Beſtürzung und um meine Faſſung. Jetzt iſt es aus, ich bin entſchloſſen und auf Alles gefaßt.

Wie auf Alles gefaßt?

Natürlich, jetzt, da ich geſprochen und die Quelle von Herrn Mortandals Reichthum verrathen habe, muß ich mich gefaßt machen, an einem ſchönen Abend ermordet zu werden!

Warum nicht gar, das ſoll Niemand einfallen! Höre, bleib' bei mir, verlaſſe mich nicht; verſtecke Dich in meinem Bette und rühre Dich nicht.

Dein Vorſchlag, meine Liebe, hätte allerdings viel Angenehmes, aber ich habe Heinrich verſprochen, ihm bei der Nachforſchung nach dem Hauſe der Falſchmünzer behülflich zu ſein, und ich muß mein Wort halten.

Warum zeigt man Herrn Mortandal nicht gleich bei Gericht an?

Warum? Weil man vor allen Dingen Beweiſe und beſtimmte Anzeichen haben muß. Einen reichen Mann kann man nicht ſo ohne Weiteres denunciren; wenn er ein armer Teufel wäre, dann ginge es etwa;

ein Mann, der dreißigtauſend Franken Renten hat, ſcheint immer unſchuldig.