dulde, daß Sie fürchten müſſen, ſich zu compromit⸗ tiren, wenn Sie mir die Hand geben.“
Und Bouchenot erzählt ſeinen Freunden Alles, wie er es Heinrich erzählt hat, und dieſe umarmen ihn, indem ſie ihm Glück wünſchen, daß er einem ſchlecht erworbenen Einkommen entſagt habe, um ihren Freund glücklich zu machen.
Bouchenot verläßt ſeine alten Freunde und läßt ſich in die Calander⸗Straße führen; als er aber bei der kleinen Coloriſtin anklopft, will ihm dieſe, die ſeine Stimme erkannt hat, nicht aufmachen, ſondern ruft ihm durch die Thüre zu:„Laſſen Sie mich in Ruhe, mein Herr, ich will Sie nicht mehr ſehen: Sie wiſſen, warum. Es iſt unnöthig, daß Sie ſich zu mir herbemühen.“
„Fräulein,“ ſagt Bouchenot, ſeinen Mund an das Schlüſſelloch legend,„ich will mich rechtfertigen, will Ihnen beweiſen, daß ich kein Polizeiſpion bin. Meine Freunde haben mir bereits ihre Achtung wiederge⸗ ſchenkt; Sie werden mir auch die Ihrige nicht ver⸗ ſagen. Oeffnen Sie um Gottes Willen die Thüre.“
Cölina hat aufgemacht; Bouchenot tritt ein, ſetzt ſich, bittet um die ganze Aufmerkſamkeit des jungen Mädchens und wiederholt ihr Alles, was er bereits ſeinen alten Freunden geſagt hat. Cölina hört Bou⸗ chenot mit dem lebhafteſten Intereſſe an, ihr Geſicht drückt das Vergnügen aus, das ſie bei der Rechtfer⸗ tigung ihres Liebhabers empfindet. Ach, ſie läßt ihn nicht ausreden... ſchon liegt ſie ihm im Armez ſie nimmt ihn beim Kopfe, küßt ihn auf die Stirne und


