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„Herr Mortandal?“
„Derſelbe.“
Heinrich bleibt einige Augenblicke ſtumm vor Ueber⸗ raſchung; dann fällt er Bouchenot um den Hals, umarmt ihn mehrere Male und ruft aus:„Ach, mein Freund, welches Glückl.. wäre es möglich!.. Nein, er wird gewiß Pauline nicht heirathen, ſie wird nicht die Frau eines Elenden werden, und wenn Herr Giraumont das wüßte! Wer aber würde das geglaubt haben?.. Herr Mortandal, ein geachteter Kauf⸗ mann, ein Mann, mit deſſen Vermögen und Credit es ſo gut ſteht!“
„Zum Henker! es iſt nicht ſchwer, Geld zu haben, wenn man es ſich ſelbſt macht.“
„Herr Mortandal wäre ein Falſchmünzer? Bou⸗ chenot, weißt Du auch ganz gewiß, was Du da be⸗ haupteſt? weißt Du, daß auf einem ſolchen Verbre⸗ chen der Kopf ſteht und daß man, um Jemanden eines ſolchen zu bezüchtigen, Beweiſe haben muß?“
„Beweiſe! Beweiſe! Die ſich zu verſchaffen wäre vielleicht ſchwierig; aber gewiß iſt, daß das, was ich geſagt habe, mir Wort für Wort ſo begegnet iſt. Jetzt iſt es an Dir, Vortheil daraus zu ziehen; was mich anbelangt, ſo werde ich wahrſcheinlich an einem der nächſten Abende beim Nachhauſegehen wegen meiner Schwätzerei ermordet werden; aber ich bin darauf gefaßt. Mögeſt Du glücklich ſein und ich nicht mehr verachtet werden, mehr verlange ich nicht, und es wird mir auch nicht wehe thun, ein Geld zu ver⸗ lieren, das aus ſo ſchimpflicher Quelle kommt.“


