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Gold in der Taſche meines zerriſſenen Rockes fand; die Elenden hatten mir ein Geſchenk damit gemacht. Was war zu thun? Es wäre mir ſchwierig geweſen, ihnen ihr Geld zurückzuſchicken.. ich gab es aus, und nun wirſt Du begreifen, warum ich nicht ſehr eilte, die von Dir angebotene Stelle anzunehmen. Da ich aber Alles aufgezehrt hatte, war ich im Begriff, bei Dir einzutreten, als Du mich zu Madame Merlier führteſt. Wohlan, weißt Du, wen ich in dieſer glän⸗ zenden Geſellſchaft traf?.. Das Oberhaupt meiner Falſchmünzer!“
„Wäre es möglich? Nein, das kann nicht ſein; Du haſt es geglaubt, Du haſt Dich geirrt.“
„Ich habe mich ſo wenig geirrt, daß ich an dem auf dieſe Geſellſchaft folgenden Morgen ein Schrei⸗ ben erhielt, welches nebſt den Dankſagungen für meine Verſchwiegenheit einen Kaſſenſchein von tau⸗ ſend Franken und das Verſprechen enthielt, mir, ſo lange ich mein Wort halte, monatlich fünfhundert Franken zu ſchicken. Dieß iſt der geheimnißvolle Grund, welcher zu meiner veränderten Lage beitrug, und ſeit jener Zeit hat man pflichtgemäß das Ver⸗ ſprechen gehalten: es wurde mir jeden Monat in einem Schreiben der Schein von fünfhundert Franken
zugeſchickt.“
„Aber der, welcher Dir das ſchickt, jener Elende, den Du bei Frau Merlier erkannt haſt, wer iſt er?“
„Du haſt es nicht errathen?.. Das iſt Dein Ne⸗ benbuhler, derjenige, der Deine Pauline heirathen
will!“
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