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ſeine Hand mit den Worten:„Nun, wenn man Sie falſch beurtheilt oder verleumdet hat, ſo können Sie ſich rechtfertigen, und unſere Achtung und Freund⸗ ſchaft iſt Ihnen dann wieder gewiß. Tröſten Sie ſich, Bouchenot, Ihr Leiden wird ein Ende nehmen, aber das meinige nie, o nie..ich bin zur Hoffnungs⸗ loſigkeit verdammt.“
„Wie, warum denn, was iſt denn geſchehen?“
„Das Mädchen, das ich anbetete, welches, wie ich mir wenigſtens ſchmeichelte, das Glück meines Lebens ausmachen ſollte, kurz, meine Pauline wird in acht Tagen die Gattin eines Andern.“
„Wäre es möglich? Aber ihr Vater...
„Ihr Vater hatte mir einige Hoffnung gemacht, daß ich ſein Eidam werden könnte, und ich ſchmei⸗ chelte mir um ſo eher mit dieſer Ausſicht, als meine Handelsgeſchäfte gut gehen und mein Vermögen an⸗ wächst; aber es hat ſich eine glänzende Parthie für Pauline gezeigt: ein ſehr reicher Mann warb um ihre Hand. Sie drang umſonſt in ihren Vater, dieſer iſt unerbittlich und geſtattet mir nicht mehr, ſie zu beſuchen.“
„Mein armer Heinrich! Ach, jetzt wundert es mich nicht mehr, warum Du ſo blaß und abgema⸗ gert biſt. Gibt es denn gar kein Mittel, dieſen Vater zu erweichen oder Deinen Nebenbuhler aus dem Sattel zu heben?“
„Keines. Was ſoll ich machen? Herr Mortandal iſt ein allgemein geſchätzter Mann und hat wenig⸗ ſtens dreißigtauſend Franken Renten.“


