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„Wie, Du willſt mich ſo ſchnell verlaſſen und ohne mir zu ſagen, warum Du ſo verändert aus⸗ ſiehſt?“
„O, das wird Dich wenig intereſſiren!“
„Wie, glaubſt Du denn, ich liebe Dich nicht mehr, ich ſei nicht mehr Dein Freund? Was habe ich ver⸗ ſchuldet, daß ihr mich ſo behandelt? Komm', Hein⸗ rich, reich' mir Deine Hand und ſchenke mir Dein Zutrauen wieder.“
Heinrich zieht ſeine Hand, die Bouchenot ergrei⸗ fen will, zurück, und entgegnet froſtig:„Mein Herr, es gibt Dinge, die man, wie Sie ſelbſt am beſten wiſſen, nicht geſtehen kann; die, welche früher Ihre Freunde waren, können es jetzt nicht mehr ſein. Nö⸗ thigen Sie mich nicht, Ihnen mehr zu ſagen. Adieu.“
„Nein, nein, der Teufel weiß es, Du ſollſt Dich ſo nicht von mir trennen!“ ſchreit Bouchenot, Hein⸗ rich am Arme feſthaltend.„O, ich weiß wohl, was ihr Alle für ſchreckliche Dinge von mir glaubt, die doch nicht wahr ſind... Cölina hat mir's geſagt; mich für einen.. zu halten.. ich kann das Wort nicht ausſprechen. Wie könnt ihr ſo Etwas von mir denken? Ihr urtheilt recht ſchlecht von mir! Hein⸗ rich, gib mir Deine Hand, ich bin noch werth, ſie zu drücken; höre, ich bin kein Spion!.. hi, hi, hi... ich will immer der Freund meiner Freunde bleiben, hi, hi, hi! und man wird ſehen, daß man... kurz, das iſt ſchändlich, hi, hi, hi!“ 3
Bouchenot weint wie ein Kind. Heinrich fühlt ſich durch ſeinen Schmerz gerührt und überläßt ihm


