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liest er haſtig den Brief, der keine Unterſchrift hat und folgende Worte enthält:
„Ich glaubte Sie nie wieder zu ſehen, denn in dem Zuſtand, worin ich Sie das erſte Mal ſah, konnte ich keinen Mann in Ihnen vermuthen, der Zutritt in Geſellſchaften hat; da wir uns abe wie⸗ der begegneten, hoffe ich, daß Sie dem uns gelei⸗ ſteten Eide immer gleich treu bleiben werden. Ich habe Erkundigungen über Sie eingezogen und er⸗ fahren, daß Ihnen das Glück nie günſtig iſt, ich Sie daher, inliegende tauſend Franken anzunehmen. Sie werden nun künftig jeden Monat durch die Poſt fünfhundert Franken zum Lohn ſ ihre Verſchwie⸗ genheit erhalten.“
Bouchenot hat den Brief zeleſen aber er heftet ſeine Blicke immer noch auf denſelben; er ſcheint in Betrachtungen vertieft zu ſein. Staunen, Freude und Furcht wechſeln in ihm; er weiß nicht, ob er dem Geſchehenen Glauben beimeſſen ſoll, und liest das anonyme Schreiben, deſſen Verfaſſer er leicht erra⸗ thet, noch einmal durch.
Cölina tritt ungeduldig, daß er ſo lange an ſeinem Briefe liest, hinter ihren Geliebten, neigt ſich ſachte über deſſen Schulter und ruft aus:„Das Schreiben ſcheint groß zu ſein, ich muß einmal ſehen.“
Allein Bouchenot ballt den Brief in ſeinen Hän⸗ den zuſammen und verbirgt ihn haſtig in ſeiner Taſche.
„Der Inhalt iſt beſonderer Art,“ Föi er,„er handelt von Familien-Angelegenheiten, die keinen


