Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35 „Warum denn nicht? Es gibt heutzutage, die ſo

ſchön ſchreiben können wie gemalt. Es wird von

irgend einer Schönen ſein, deren Eroberung Sie in der geſtrigen Geſellſchaft gemacht haben und die Ihnen ein Rendezvous gibt!“

„In der geſtrigen Geſellſchaft? O nein, ich glaube nicht, daß ich geſtern Eroberungen gemacht habe.“

„Uebrigens hoffe ich, daß ich erfahren werde, was man Ihnen ſchreibt. Nun, ſchnell, machen Sie doch den Brief auf... ach, wie lange hätte ich das Siegel ſchon aufgeriſſen.“

Bouchenot betrachtet und betaſtet den Brief: er ſcheint eine Exploſion beim Eröffnen zu befürchten. Er kannte die Handſchrift, welche, obgleich verſtellt, doch ſchön geſchrieben war, nicht. Endlich entſchließt er ſich, das Siegel zu erbrechen, entfernt ſich aber vorher aus Cölina's Nähe mit den Worten:„Erlau⸗ ben Sie, theure Freundin, der Inhalt kann von Etwas handeln, was die Frauenzimmer nichts an⸗ geht.“

„Schon gut, leſen Sie, aber ich muß ihn auch leſen, oder ich kratze Ihnen die Augen aus.“

Bouchenot zieht ſich in eine Fenſtervertiefung zu⸗ rück, macht das Schreiben auf und der erſte Gegen⸗ ſtand, der ihm in's Auge fällt, iſt ein vierfach zu⸗ ſammengelegter Kaſſenſchein, der darin liegt.

WMit einer gedankenſchnellen Bewegung ergreift Bouchenot das Billet, rollt es in ſeiner Hand zuſam⸗ men und ſteckt es, Cölina den Rücken zukehrend, ohne daß dieſe es bemerkt, in die Taſche. Dann