Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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„O, entſchuldigen Sie, man ſieht es an der Länge ihrer Finger, ob ſie eine lange Taille bekommen. Die Finger meiner Tochter ſind länger als die aller Penſionäre ihres Alters.“

„Es ſcheint, dieſe Dame mißt Alles,“ denkt Bou⸗ chenot, ſich abwendend.„Wenn ſie mich gemeſſen

hätte, ſeit ich in dem Salon ſtehe, ſo bin ich über⸗

zeugt, würde ſie mich um Vieles kleiner finden, denn es ermüdet mich bedeutend, immer auf einem Fleck zu ſtehen. Ah, dort iſt ein Stuhl leer; Gott ſei Dank, den nehme ich ein.“

Bouchenot ſetzt ſich mitten in den Kreis. Links neben ihm ſitzt eine kleine, außerordentlich geputzte, überladene bejahrte Dame, deren Hals, Ohren und Finger mit Diamanten bedeckt ſind und die immer mit dem Kopfe ſchüttelt; zu ſeiner Rechten ein gro⸗

ßes Frauenzimmer in mittlerem Alter, die häufig

mit einem gewiſſen Stolze ihre Zungenſpitze herg ſtreckt.

Bouchenot richtet einige Worte an die kleine Alte, um ein Geſpräch anzuknüpfen; aber man antwortet ihm nur durch Lächeln und Kopſfſchütteln.

„Iſt dieſe Dame vielleicht ſtumm oder taub?“ denkt Bouchenot;„das würde mich wundern! Ich muß es noch einmal verſuchen; ſie ſcheint mich doch zu verſtehen.“

Und ſich gegen das Ohr der Dame vorbeugend, ſagt er mit lauterer Stimme zu derſelben:„Madame werden wahrſcheinlich Ihr Spielchen machen; in Ihrem Alter hat man ſeine Freude daran. Was