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denkt er, ſeinen Hut hin und her drehend und bald von dem rechten unter den linken, bald von dem linken unter den rechten Arm nehmend, als ob er hätte Künſte damit machen wollen.„Wenn Jemand ſich einbildet, ich amüſire mich inmitten dieſes Zirkels, der täuſcht ſich gewaltig! Und dieſer Heinrich, der mich da ſtehen läßt, während mich alle dieſe Weibsbilder anſtarren. So geht es Einem, wenn man nicht mehr an den Umgang mit guter Geſellſchaft gewöhnt iſt; man iſt ganz dumm, ganz blödſinnig. Es iſt mir, als ob meine Naſe um ein Drittheil aufgeſchwollen wäre. Allein Muth gefaßt, keck, ſicher, ungenirt!“
Und um ungenirt auszuſehen, ſetzt Bouchenot ſei⸗ nen Hut auf und trällert ein Liedchen vor ſich hin; doch bald bemerkt er, daß ihn einige Damen erſtaunt anblicken und mehrere Herren, die nicht wußten, was das bedeuten ſollte, ihn höhniſch betrachteten; er wird purpurroth und ſteckt ſeine beiden Pände in die Hoſentaſchen, um ſich eine akademiſche Stellung zu geben.
Glücklicher Weiſe wirft Heinrich einen Blick auf ſeinen Freund, nähert ſich ihm haſtig, den Kreis durchdringend, und raunt ihm in's Ohr:„Unglück⸗ licher, was fällt Dir ein? Willſt Du Deinen Hut vom Kopfe herunter thun! Wie, in einem Salon, in Gegenwart dieſer Damen wagſt Du es, Dich zu bedecken?“* 3
„Ach, mein Gott, es iſt richtig,“ erwiedert Bou⸗ chenot, lebhaft ſeinen Hut herunternehmend,„ich dachte nicht mehr daran, ich glaubte mich in der Tabalſtube.“


