Eroberung bei Deiner Madame Merlier. Sag' kom⸗ men auch genießbare Damen hin?“
„Ach, Bouchenot, ich wiederhole es Dir, ich führe Dich in gute Geſellſchaft, und wenn Du bereits ſolche Gedanken haſt...“
„Ich meine, daß gerade in guter Geſellſchaft die Männer galant ſein müſſen. Gehörten die Richelieu's und die Grammonts nicht zur guten Geſellſchaft? Dieß hinderte ſie keineswegs, den Damen die Cour zu machen. Uebrigens verlaſſe Dich darauf, Du wirſt zufrieden mit mir ſein. Ich will mich ſo tugend⸗ haft ſtellen wie ein Puritaner.“
„Hole mich um ſechs Uhr ab; wir wollen mit⸗ einander zu Mittag eſſen und uns dann in das Haus begeben, wo ich Dich vorſtellen will.“
„Ganz gut, ich werde mich pünktlich einfinden.“
Bouchenot kehrt zu Cölina zurück, betrachtet ſich im Spiegel, bindet ein anderes Halstuch um, reißt fünfmal den Knoten auf, bis er recht iſt, worüber ſich die kleine Coloriſtin ärgert, welche behanptet, ihr Geliebter brauche nicht ſo ſchön zu ſein, wenn er ohne ſie in Geſellſchaft gehe. Endlich verläßt er ſie und geht bis zu dem Augenblicke, wo es Zeit iſt, ſich vei Heinrich einzufinden, mit dem Gedanken ſpazie⸗ ren:„Ich darf wohl heute noch ein Bischen herum⸗ ſchlendern, denn es wird mir lange nicht mehr ver⸗ gönnt ſein.“
Heinrich führt ſeinen Freund zum Mittageſſen in
ein Gaſthaus, und nach einer Mahlzeit, wobei ſie, wie Bouchenot behauptet, zu mäßig getrunken haben,


