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führeriſch!.. Sage mir, Bouchenot, kennſt Du ſie, haſt Du ſie geſehen?“
„Deine Geliebte? iſt es nicht das junge Frauen⸗ zimmer, welches im Vaudeville⸗Theater am Abend der erſten Vorſtellung von Georgs Stück vor Dir ſaß?“
„Dieſelbe. Nun?“
„Sie ſchien mir reizend, aber Du weißt wohl, daß man im Theater von der S nicht ge⸗ nügend urtheilen kann.“
„O, Du ſollſt ſie kennen lernen: Du wirſt Dich überzeugen, daß ſie eben ſo liebenswürdig als brav und hübſch iſt. Schau', heute noch kann ich Dich Paulinen vorſtellen.“
„Heute noch?“
„Ja. Biſt Du heute Abend nicht verſagt?“
„Nein, da ich mich ja zu Deiner Verfügung ſtellte.“
„Heute iſt es zu ſpät, in's Geſchäft einzutreten; Du kannſt Morgen den Anfang machen.“
„Das iſt mir um ſo lieber, beſonders da ich ein wenig Kopfſchmerz habe.“
„Aber heute Abend führe ich Dich, wenn es Dir recht iſt, in ein Haus, wo wir Pauline und ihren Vater treffen: zu Madame Merlier, einer ſehr ge⸗ bildeten Dame, derſelben, die mit uns im Theater war.“
„Ach, ganz gut! ich kenne Madame Merlier nicht.“
„Sie iſt mir ſehr gewogen, und wenn ich Dich einführe, wirſt Du ſicher gut aufgenommen. Ich brauche Dir hoffentlich nicht zu ſagen, daß es ein Haus iſt, wo man ſich anſtändig betragen muß.“


