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Krampfumſtänden unterworfen bin, die meinen Tod herbeiführen könnten.“
„Dann müßte ich ja Alle retten. Ich bitte Sie, meine Damen, machen Sie keinen Unſinn!“
Cölina hat ſchon einige Mal das Netz ausge⸗ worfen, bringt aber nur ganz kleine Fiſchchen herauf.
„Wenn wir nichts Beſſeres fangen,“ ſagt Bou⸗ chenot,„wollen wir lieber noch einmal einen Haſen beſtellen.“
„Laßt mich jetzt machen,“ verſetzt Prudentia,„ihr ſollt ſehen, wie ich das Netz auswerfe. Ich bin ſtärker als Cölina und werde ſicher ſchöne Fiſche fangen.“
Das dicke Mädchen gibt Timotheus kein Gehör, der ihr zeigen will, wie man das Netz auswirft und angelt; ſie iſt zum Voraus von einem guten Fange überzeugt und wirft ihr Netz weit aus, aber das Ge⸗ wicht zieht ſie nach ſich und ſie verſchwindet ſammt demſelben unter den Wellen.
Cölina ſtößt einen Schrei des Schreckens aus, Bouchenot zwei oder drei, um Schiffleute herbeizu⸗ rufen, aber Timotheus hat bereits ſeinen Rock aus⸗ gezogen und ſich in's Waſſer geſtürzt. Es gelingt ihm bald, Prudentia zu ergreifen, die ſich in's Netz verwickelt hat. Er erſcheint bereits mit dem jungen Mädchen wieder auf der Oberfläche des Waſſers; aber dieſe reißt ihn abermals mit hinunter, indem ſie ihn am Schwimmen hindert; glücklicher Weiſe waren bereits Schiffer herbeigeeilt, die Beide ergriffen und ſammt dem Netze an das Land zogen. Die jungen


