99 des, dankt ihnen, fragt ſie, was ſie von ſeinem Stück denken, läßt ihnen aber keine Zeit zum Antworten, denn ein Dichter, deſſen erſtes Werk Glück gemacht hat,
muß ſelbſt ſprechen, ſein Herz ausſchütten, ſeiner Auf⸗
regung den Lauf laſſen, er hat nirgends weder Ruhe
noch Raſt; deßhalb verläßt er ſeine Freunde auch nach
einer Weile wieder, um in ein Kaffeehaus zu gehen und zu ſehen, ob nicht vielleicht in einem am Abend ausgegebenen Journale noch eine Recenſion über ſein Stück kommt.
Und als Bouchenot endlich ruhiger über die Ereig⸗ niſſe des Abends nachdenken kann, ſpricht er bei ſich: „Ich bin doch ein Dummkopf, warum fürchte ich mich vor dieſem Manne; er ſollte ſich vielmehr vor mir fürchten! Ich habe nicht gegen den Eid gefehlt, den ich ihm geſchworen. Aber ſobald ich ihn erkannte,
war ich nicht mehr Meiſter über mich. Hm! der Kerl
hat ein ſehr charakteriſtiſches Geſicht!.. ich würde ihn unter tauſend erkennen. Er ſchien erſtaunt, als er mich erblickte. Das iſt eben nicht zum Verwundern: meine Kleidung war ſo verſchieden von der, worin er mich zum erſten Mal ſah... damals wird er mich für einen Unglücklichen, für einen Vagabunden ge⸗ halten haben!.. Ich fürchte mich vor dieſem Manne vor der Entdeckung, daß ich mit ihm bekannt ſei ich zittere bei dem Gedanken, cvmpromittirt zu werden und mache Dummheiten, die leicht Ver⸗ dacht erwecken könnten!... Trotz all' dem habe ich
die hundert Thaler angenommen, ſie ſogar ausgege⸗
ben„es bleiben mir kaum mehr zwanzig Franken


