Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

90

hinter Bouchenot leer gebliebene Loge. Das Ge⸗ räuſch der Neuankommenden, welche beim Nieder⸗ ſitzen die Bänke herunterfallen laſſen, macht das Pub⸗ likum ungeduldig, und Bouchenot, der ſich immer auszeichnen will, ſchreit mit einer Stimme, die alle Anweſenden hätte taub machen können:„Still doch!“

Unter den Perſonen, welche in der Loge Platz

genommen haben, befindet ſich ein etwa vierzigjäh⸗

riger Mann, mit männlichen, kräftigen Zügen, dunk⸗ ler Geſichtsfarbe und üppigem Haarwuchſe, in wel⸗ chem man, wenn man vollends das auffallende Schnar⸗ ren ſeiner Sprache hörte, einen Bewohner der ſüdlichen Provinzen erkennt. Er iſt vornehm gekleidet und ſeine Manieren ſind die eines gebildeten Mannes. Der Herr hat ſich eben in der vorderſten Reihe der Loge niedergelaſſen, als Bouchenot ſich umwendet und ſeinen Blicken begegnet. Beide betrachten ſich eine

Weile. Ein Ausdruck des Erſtaunens malt ſich auf

dem Geſichte des Fremden; in Bouchenots Zügen ſpricht ſich Schrecken und Entſetzen aus. Er wird blaß und fängt an zu zittern; endlich dreht er ſich wieder um, nimmt eilig ſeinen Hut, ſteht auf und ſteigt ungeachtet des Murxens aller hinter ihm ſitzenden Perſonen, die es höchſt unpaſſend finden, daß man

während des Stückes hinausgehen will, über die

Bank. „Wo wollen Sie denn hin?“ fragt Cölina, a ſie Bouchenot aufſtehen ſieht. „Ich gehe.“ „Wie! Sie gehen mitten unter dem Stück?“