Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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85⁵ hen der Galerie hinſtreifen läßt, fallen ihm Timo⸗ theus und Bouchenot in's Auge; neben dem Letztern befand ſich Fräulein Cölina in einem Roſahütchen, worin ihr ſchelmiſches Geſichtchen Beinahe vernünftig ausſah. In ihrem beſcheidenem, aber anſtändigen Anzuge hätte Niemand eine Coloriſtin vermuthet. Neben Cölina ſaß ganz ſteif und aufrecht ein ſtarkes, volles, rothwangiges Mädchen, welches à la chinoise friſirt war und auf beiden Schläfen Herzangeln hatte.

Dieß war Fräulein Prudentia, welcher Madame Ballon auf Cölinens Bitte erlaubt hatte, in's Thea⸗ ter zu gehen, und die ſich nicht ſatt ſehen und be⸗ wundern konnte, weil ſie ſich das erſte Mal in einem großen Theater befand.

Nach ihr kam Timotheus. Er flüſterte ſeiner ſchö⸗ nen Nachbarin von Zeit zu Zeit ein Wörtchen in's Ohr; dieſe antwortete ihm aber immer ſo, daß er wohl merken konnte, ſie habe ſeine Frage nicht ver⸗ ſtanden.

„Sie ſind da!“ denkt Georg,„ich bin überzeugt, ſie werden mein Stück, ſo weit es in ihren Kräften ſteht, aufrecht zu erhalten ſuchen. Ach! warum konnte ich nicht das ganze Haus mit ſolch ergebenen Freun⸗ den füllen; dann wäre ich beruhigt!“

Das erſte Stück iſt vorbei; der Saal iſt, einige Logen ausgenommen, voll. Bouchenot ſteht alle Au⸗ genblicke auf, ſieht in die Logen hinab und macht laut ſeine Bemerkungen.

„Es iſt recht voll!... Zenes Frauenzimmer dort