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man muß ſelbſt Theaterſtücke geſchrieben haben, die zur Aufführung kamen, um die Ungeduld, die Be⸗ wegung, die Angſt und das Mißbehagen zu kennen, welches man an dem Tage der Aufführung ſeines erſten Werkes empfindet. Bei einigen Dichtern wie⸗ derholt ſich dieſe nervöſe Criſis bei jeder ihrer erſten Vorſtellungen; bei andern vergeht ſie mit der Ge⸗ wohnheit, ihre Werke auf die Bühne gebracht zu ſehen; die Einen fliehen das Theater, während man ihr erſtes Stück gibt, und haben nicht den Muth,
ihrer Niederlage oder ihrem Triumphe beizuwohnen;
die Andern, philoſophiſcherer Natur, ſetzen ſich unter die Zuſchauer, um den Effekt ihres Werkes beſſer beurtheilen zu können, und ſind ſtumme Zeugen des Beifalls oder Mißfalls. Man ſagt auch, es gebe, die ſich ſelbſt applaudiren znur von ſolchen, die ſich ſelbſt auspfeifen, hört man nichts.
An dem Abend, wovon wir ſprechen, war das
Haus voll. Das iſt für den Dichter ſowohl angenehm
als unangenehm: er wünſcht ſich viele Zeugen ſeines Erfolges, allein wenige ſeiner Niederlage. Vor Be⸗ ginn des Stückes ſpäht er durch das Loch des Vor⸗ hanges nach Freunden. er ſieht ihrer nie genug; er möchte auf allen Geſichtern die Gewogenheit und die beifällige Stimmung für ſein Werk erblicken; das unbedeutendſte Geräuſch ſetzt ihn in Unruhe und das Krachen einer auf⸗ oder zugehenden Thüre klingt ſeinen bangen Ohren immer wie ein Pfiff.
Georg iſt vor der Aufführung des Stückes, wel⸗
ches dem ſeinigen vorhergehen ſoll, auf der Bühne;


