Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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„Glauben Sie, Nachbarin, daß Fräulein Pru⸗ dentia mit uns in's Theater gehen darf?“ „Das wird ſchwer halten! Ihre Lehrerin iſt nicht guter Laune, ſeit ſie ihr den letzten Streich geſpielt hat.

„Wie, die dicke Prudentia ſpielt ihrer Lehrmei⸗ ſterin Streiche!“ ruft Bouchenot aus;„ich geſtehe, daß ich ihr das nicht zugetraut hätte.“

„Habe ich Dir dieſe Geſchichte nicht erzählt?“

„Nein, gewiß nicht.“

„O, ſie iſt zum Todtlachen!“

„Erzählen Sie uns doch, Nachbarin, das wäre recht liebenswürdig von Ihnen,“ ſagt Timotheus, ſich neben Cölina niederlaſſend; dieſe läßt ihre Far⸗ ben ruhen und erzählt den beiden jungen Leutem fol⸗ genden Vorfall. n

„Vor allen Dingen, meine Herren, müßt ihr zur Verſtändigung der Geſchichte wiſſen, daß die Linnen⸗ waarenhändlerin, bei der Prudentia arbeitet, eine ungeheure dicke Alte iſt, die zwiſchen zweihundert⸗ dreißig bis zweihundertfünfzig Pfund wägen muß⸗ eines jener Weiber, welche der Schrecken der Om⸗ nibus ſind und für welche man eigene Thüren und Lehnſtühle machen muß. Vor einigen Tagen hatte Madame Ballon, ſo heißt dieſe Dame, ein Geſchäft in Verſailles; da ſie befürchtete, ſie werde zur Zeit der Abfahrt keinen Platz mehr bekommen, ſchickte ſie Prudentia in aller Frühe auf das Omnibus⸗Bureauz weil ſie aber recht bequem ſitzen wollte und ſelbſt

von ihrem bedeutenden Umfang überzeugt iſt, ſo be⸗

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