„Ei was, Timotheus, haben wir, meine Geliebte und ich, nicht die Freiheit, ſpazieren zu gehen, wenn wir wollen? müſſen wir Deine Erlaubniß dazu einho⸗ len?“ entgegnet Bouchenot, indem er ſeiner Freundin eine Rauchwolke in's Geſicht bläst.
„Das habe ich nie geſagt.“
„So, das iſt ein Glück!“
„Aber das will ich Dir ſagen⸗ daß Heinrich, der Dir eine Stelle bei ſich angetragen hat, ſehr erſtaunt iſt, Dich ſeit unſerm Frühſtück nicht mehr geſehen zu haben. Haſt Du einen beſſern Platz gefunden als den, welchen er Dir vorgeſchlagen?“
„Es ſcheint mir, es ſei nicht ſo übel hier,“ ant⸗ wortet Bouchenot, ſich in ſeinem Lehnſtuhl ausſtreckend.
„Herr Timotheus,“ ſagt Cölina,„ich muß Sie vitten, zu glauben, daß Bouchenot nicht auf meinen Rath die ihm von ſeinem Freunde angebotene Stelle nicht annahm, denn ich habe ihn ganz im Gegen⸗ theil ſchon öfters gefragt, warum er Herrn Heinrich nicht beſuche.“
„Das bin ich überzeugt⸗ Fräulein; wenn aber Bouchenot nicht zu arbeiten nöthig hat...
„Timotheus, weißt Du, daß Du mich ſchmählich langweilſt?“ unterbricht ihn Bouchenot.„Wenn Du bloß deßhalb gekommen biſt, mich zu ſchulmeiſtern und mir moraliſche Vorleſungen zu halten, ſo hätteſt Du Dir die Mühe des Beſuches erſparen können.“
„Nein, ich vin nicht deßhalb gekommen, ſondern um euch zu ſagen, daß morgen Georgs Stück auf⸗ geführt wird und euch Billete dazu zu bringen.“


