Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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Doch das junge Mädchen ſollte nicht lange in der Ungewißheit verharren, denn Bouchenot erſchien alsbald wie Leander, als er aus dem Waſſer ſtieg⸗ vor ihren Blicken: er hatte nämlich ſeine Kleider ausgezogen, ſich unter den Hahn des Küchenfaſſes gelegt und das Waſſer über ſich hinunter fließen laſſen.

„Ach, mein Gott, was ſoll das heißen, in wel⸗ chem Zuſtand ſind Sie?“ ruft Cölina aus.

„Das ſoll heißen, daß ich Sie eben ſo ſehr liebe, wie Leander ſeine Hero; ich habe zwar nicht wie er den Helleſpont durchſchwommen, weil die Calander⸗ Straße nicht in dem Marmorameer liegt, aber ich vin eben ſo durchnäßt, als es der junge Mann ſein konnte, wie er aus der Meerenge ſtieg, und wenn Sie kein Mitleid mit mir haben, werde ich die Bruſt⸗ entzündung bekommen, wovor Hero's Sorgfalt ihren

Geliebten ſchützte.“

Cölina wußte nicht, was ſie erwiedern ſollte; Bouchenot hatte eine Tollheit begangen, aber die Frauenzimmer haben es gerne, wenn man ihretwegen Tollheiten macht. Hatte ſie nicht vor wenigen Mi⸗ nuten erſt geſagt, Hero wäre ſehr barbariſch gewe⸗ ſen, wenn ſie ſich ihres triefenden Liebhabers nicht erbarmt hätte? Hieraus kann der Leſer ſelbſt ſchlie⸗ ßen, daß nun die auf der Lithographie Sgeſelte

Scene aufgeführt wurde.