Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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„Unartig, weil ich arbeite?“

„Würden wir nicht beſſer daran thun, von Liebe zu ſprechen?“

„Ich verbiete es Ihnen nicht, aber Sie wollen lieber in einen Winkel ſitzen und ſchmollen.“

„Man antwortet nicht recht, wenn man arbeitet.“

„O, das genirt mich nicht am Antworten.“

„Sind Sie noch nicht bald mit Hero und Leander fertig?“

„Nein.“

„Wie weit ſind Sie denn?“

„Sie ſind recht neugierig.“

Bouchenot ſteht auf und betrachtet die Lithogra⸗ phie, welche das junge Mädchen colorirt. Sie ſtellte Leander dar, wie er aus dem Waſſer ſteigt, von ſeiner Geliebten abgetrocknet wird, und ihm dieſe wohlriechenden Balſam auf's Haupt träufelt.

„Der Kerl iſt nicht zu beklagen!“ ruft Bouchenot

aus,„und ich beneide ihn um ſein Loos; ſein Schatz dient ihm als Badknecht, reibt ihn trocken und par⸗ fümirt ihn. Die Frauen des Alterthums waren frei von Vorurtheilen: Sie thäten ſo Etwas nicht, Tigerin.“

„Vielleicht doch. Bedenken Sie auch die Gefahren⸗ denen der junge Mann Trotz bot, der, um ſeine Ge⸗ liebte zu ſehen, das Meer durchſchwamm.“

„O, das Meer, das wäre ein Bischen zu weit... es war nur eine Meerenge; wenn Einer ſchwimmen kann, iſt es kein ſo großes Verdienſt.“

„Und wenn ſie ihn bei ſeiner Ankunft nicht be⸗ deckt und abgetrocknet hätte, ſo würde der arme