Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

65

„Um ſo beſſer. Sie ſind nüchtern ſchon ſo ver⸗ führeriſch, wie müſſen Sie dann erſt ſein?“

„Schweigen Sie, Unartiger!“

„Nehmen Sie noch ein Stückchen Paſtete, Fräu⸗ lein,“ ſagt Timotheus zu Prudentia, und dieſe, welche der Meinung iſt, ſie müſſe ihre Freundin nachahmen, nimmt den Teller mit den Worten:„Schweigen Sie, Unartiger!“

Der große junge Mann ſieht ſie verblüfft an; Cölina bricht in ein Gelächter aus und Bouchenot läßt einen Pfropf ſpringen. Beim Anblick des Schaums, der ſie beſpritzt, erhebt ſich die dicke Prudentia und ſchreit laut:„Ach, mein Gott, es iſt Feuer in der Flaſche!“

Es koſtet einige Mühe, ſie zu beruhigen und ihr begreiflich zu machen, daß der Schaum des Cham⸗ pagners keine Rakete ſei. Endlich verſucht ſie dieſen und findet alsbald Geſchmack daran. Während die Unterhaltung belebter wird und die Liebe zwiſchen Cölina und Bouchenot raſche Fortſchritte macht, be⸗ müht ſich Timotheus ſeinerſeits, die Eroberung Pru⸗ dentia's zu machen; dieſe, welche das Sardelleneſſen und Champagnertrinken aufgeregt hat, blickt Timo⸗ theus weit zärtlicher an und antwortet auf Alles, was er ihr ſagt:„Schweigen Sie, Unartiger!“

Die Zeit vergeht bei einer guten Unterhaltung ſchnell. Die Nacht überraſcht die jungen Leute an Cölina's Tiſch.

„Ach, mein Gott, es iſt bereits Nacht!“ ruft Pru⸗

Paul de Kock. LXI. 5