Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

64

„Der Tauſend! das Alles für Vier?“ ſchreit Bou⸗ chenot, den Käſe an ſein Meſſer ſpießend.„Was Teu⸗ fels! Du willſt, glaube ich, daß wir uns den Magen überladen ſollen?“ 6

„Ich wußte nicht, ob die Frauenzimmer Käſe eſſen würden,“ antwortet Timotheus, ſich zu Tiſche ſetzend.

„Es iſt ganz recht, Herr Timotheus, achten Sie nicht auf Ihren Freund,“ verſetzt Cölina;„ich ſehe es gerne, wenn ein junger Mann ſparſam und ge⸗ regelt lebt und Etwas auf die Seite legt.“

„Ich habe nie Etwas auf die Seite gelegt, als meinen Hut,“ ſagt Bouchenot lachend.

„Bedienen Sie ſich doch, Fräulein,“ ſagt Timo⸗ theus zu der dicken Prudentia, die zinnerne Schachtel präſentirend, worin ſich die Sardellen befanden.

Fräulein Prudentia läßt einige Sardellen auf ihren Teller fallen und ſpricht:„Die Auſtern ſind aber ſo ſchwer zu verdauen.“

„Du willſt, wie es ſcheint, aus den Sardellen durchaus Auſtern machen,“ ſagt Cölina.„Nun, wo gehen Sie denn hin, Herr Bouchenot?“

„Ich komme im Augenblick wieder, Nachbarin.“

Bouchenot hat zwei Flaſchen Champagner geholt und bringt ſie mit dem Ausrufe:„Jetzt können die Sardellen ſchwimmen!“

„Ich dachte es mir doch, Sie würden Tollheiten machen,“ ſagt Cölina beim Erblicken des Champag⸗ ners lächelnd;„ach, Herr Bouchenot, das iſt ſehr un⸗ recht von Ihnen; wenn Sie wüßten, wie mich der Wein aufregt und toll macht...“