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„Setzen Sie ſich doch, Herr Timotheus,⸗ ſagt Cölina,„Sie ſind hier unter Bekannten. Das iſt meine Freundin Prudentia, der ſie vorgeſtern gefäl⸗ ligſt erlaubten, bei Ihnen auszuruhen. Prudentia, die⸗ ſer Herr iſt einer meiner Nachbarn: der, von dem Du vorhin ſprachſt... Du weißt ſchon, welcher..“
„Ja, ja,“ etwiedert Prudentia, bis in's Weiße
der Augen erröthend und zur Verbergung ihrer Ver⸗
legenheit eine vierzehnte Sardelle verzehrend,„o⸗ ich erkenne den Herrn ganz gut.“
„Ich habe Sie auch augenblicklich erkannt,“ ſagt Timotheus, ſich neben das junge Mädchen ſetzend.
„Ihr habt beſtimmt gegenſeitig Eindruck auf euch gemacht,“ ruft Bouchenot lachend aus;„das iſt keine ſchlimme Vorbedeutung.“
„O warum nicht gar, das iſt nicht der Fall,“ entgegnet Prudentia, auf ihre Serviette hinabblickend.
„Ich wette, daß mein Freund nicht ſo ſprechen würde,“ verſetzt Bouchenot.
Timotheus ſcheint ſehr verlegen und nicht zu wiſſen, was er erwiedern ſoll, aber Eölina fragt haſtig da⸗
zwiſchen:„Wollen Sie mit uns frühſtücken, Herr Timotheus?“
„Sie ſind ſehr gütig, Fräulein; ich hatte im Sinne, bald zu Mittag zu eſſen, doch gleichviel⸗ ich nehme Ihre Einladung an.“
„Schau', es ſind keine Sardellen mehr da. Ah⸗ ſie ſcheinen Dir zu ſchmecken, Prudentia?“
„Meiner Treu', ja, ich hatte noch nie welche gr⸗
geſſen. Ich glaubte, es ſeien Auftern.“


