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dieſe zu erlangen, Mittel anwenden müßte, die man nicht ohne Erröthen geſtehen darf.“
Bouchenot ſchwieg, er aß fort und krazte ſich an der Naſe.
„Wohlan, meine Herren, laßt uns auf unſere ewige Freundſchaft anſtoßen!“ ſchrie Georg, ſein Glas erhebend.
„Ach ja, wir wollen anſtoßen, ich bin dabei!“ ruft Bouchenot aus, indem er ſein mit Bordeaur ge⸗ fülltes Glas zur Hand nimmt; aber eben im Begriff, anzuſtoßen, hält er inne und ſagt:„Ich glaube, daß es ſich beſſer für uns ſchickte, wenn wir mit Cham⸗ pagner anſtoßen würden! Meine Herren, ich mache euch den Vorſchlag, eine Flaſche zum Beſten zu geben.“
„Wahrhaftig, Bouchenot, Du ſchwatzeſt heute nur Unfinn,“ entgegnet Georg, nachdem er ſein Glas ge⸗ leert hat;„aber Du gehſt zu weit. Wie! Alles, was wir im gegenwärtigen Augenblicke beſitzen, ſogar un⸗ ſere Kleidung, verdanken wir der Gefälligkeit un⸗ ſeres Freundes: er leiht uns Geld, ohne daß wir wiſſen, wann wir es ihm wieder zurückgeben können; er regalirt uns bei einem vortrefflichen Gaſtwirth mit einem feinen Frühſtück, und Du willſt, weil Du das entlehnte Geld in Deiner Taſche klirren hörſt, dem Champagner bezahlen, der ſich Entbehrungen auferlegt, um uns unterſtützen zu können!... Und wenn Du dann nichts mehr haſt, entblödeſt Du Dich nicht, auf's Neue von ihm zu entlehnen? 24
„Ich glaube, er hat wieder einen Fieberanfall wie geſtern Abend,“ ſagt Timotheus.


