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Lehnſtuhl ausdehnend, worin er ſich niedergelaſſen hatte.„Ja, die Freundſchaft ſoll ſich nicht um das bekümmern, was wir in unſern Taſchen haben 1... Es iſt kalt hier... Kellner, legen Sie mehr Holz in den Ofen und bringen Sie mir eine Wärmpfanne, ich habe bei Tiſche gern warme Füße.“
„Ach! jetzt braucht er gar noch eine Wärmpfanne!“ ruft Timotheus aus.
„Warum ſoll man entbehren, wenn man es beſſer haben kann?.. Kellner, dieſe Flaſche riecht nach dem Stöpſel, geben Sie uns eine andere.“
Georg und Timotheus ſahen ſich lachend an, ſie begriffen nicht, wie Bouchenot dazu komme, in ſolchem Tone ſeine Befehle zu ertheilen, denn aus dem Weſen, womit er ſich bedienen ließ, hätte man ſchließen können: er ſei der Bewirther der Geſellſchaft. Während er ſtets wiederholte, daß die Freundſchaft keinen Werth auf Reichthum legen müſſe, griff er häufig an ſeine Weſten⸗ taſche, um ſein Geld zu betaſten. Der Beſitz von hundert Thalern gab ſich in ſeinen Manieren und ſeinen Worten kund. Sehr ſelten nur übt das Gold keinen Einfluß aus. Wollt ihr eine Probe davon machen, ſo füllt die Taſchen eines bisher eingeſchüch⸗ terten, armen Teufels damit an, und ihr werdet bald ſehen, wie er den Kopf höher trägt, mit feſte⸗ rem Schritte auftritt und kecker ſpricht. Da das Gold zuweilen ſogar auf den Charakter vernünftiger Men⸗ ſchen einwirkt, ſo kann man ſich denken, welche Wir⸗ kung es in ſolchen hervorbringen muß, die das Ge⸗ gentheil ſind.


