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„Freilich ſpeist man hier gut,“ erwiedert Georg; „der Tauſend, meine Herren, was halten Sie von Bouchenots Frage? Heinrich hat uns zum Frühſtück eingeladen, mit hierhergenommen, und Herr Bouche⸗ not erlaubt ſich noch die Frage: ob man gut ſpeiſe. Erſtens iſt der Gaſtwirth ziemlich bekannt und zwei⸗ tens möchte ich wiſſen, ob wir die Leute dazu ſind, ſo viel Umſtände zu machen, da wir doch geſtern noch überglücklich geweſen wären, wenn wir in der ſchlechteſten Garküche der Stadt Etwas zu eſſen be⸗ kommen hätten.“
„Die Freude, an einem guten Tiſche zu ſitzen, macht ihn verrückt,“ verſetzt Timotheus.
„Meine Herren,“ entgegnet Bouchenot, ſeinen Teller mit Sardellen, Butter und Gurken füllend, „ich glaube nicht, daß ich Etwas geſagt habe, was Heinrich beleidigen könnte. Unſer Freund wird deß⸗ halb, weil er uns ein Frühſtück bezahlt, beſtimmt nicht verlangen, daß wir das Schlechte gut finden ſollen... das wäre Deſpotismus; überdieß muß man ſich, wenn man Geld in der Taſche hat, gut bedienen laſſen, das iſt mein Grundſatz.“
„Höre, Bouchenot, iß und ſchweige, das wird weit beſſer ſein.“
„Aber laßt ihn doch reden!“ wirft Heinrich ein, „er hat recht, wenn er ſich nicht genirt. Sind wir hier nicht Alle gleich? läßt die Freundſchaft einen Unterſchied gelten— falls Einer von uns etwas mehr Geld in der Taſche hätte als der Andere?“ „O, gewiß nicht,“ ſagt Bouchenot, ſich auf dem


