„Wie? liebe Freunde, es wäre möglich! Ihr wäret in ſolcher Lage und ſagtet mir es nicht ſo⸗
„Ach, weil Du ſchon vor Deiner Abreiſe uns mehrere Male ausgeholfen, einige kleine Summen geliehen haſt, die wir Dir noch nicht zurückgegeben haben.“
„Und was thut das? Sollen gute Freunde die Dienſte aufſchreiben, die ſie einander leiſten?“
„Vielleicht iſt unſer Unglück von unſerer Seite nicht ganz unverſchuldet,“ entgegnet Georg;„ich habe mich⸗ ſtatt meinen Curſus zu verfolgen, auf die ſchönen
Wiſſenſchaften, auf das Theater geworfen.. ich hoffe⸗
Glück zu machen, allein ohne Zweifel verfolge ich eine Chimäre. Bouchenot ſeinerſeits ſchwört alle Tage⸗ er wolle ſich nach einem Platze, einer Beſchäftigung umſehen, allein ſtatt deſſen vertändelt er ſeine Zeit damit, allen hübſchen Mädchen nachzulaufen, die ihm in den Weg kommen...“
„O, ich ſchwöre, das ſoll mir nie wieder begeg⸗ nen!“ ruft Bouchenot,„man ſoll mich nie mehr dar⸗ auf ertappen, daß ich ein Frauenzimmer verfolge, ſelbſt wenn ſie keinen Hund hat.“
„Was Timotheus anbelangt,“ fährt Georg fort, „ſo wäre dieß der Geſcheidetſte von uns: der arme Burſche will bloß ſtudiren, allein unſere Lage hin⸗ dert ihn daran, und ohne uns hätte er für ſich allein genug zum Leben.“
„Nun, das wird ſich machen laſſen,“ entgegnet


