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gibt immer Leute auf der Welt, die kein größeres Vergnügen kennen, als ſich in die Angelegenheiten Anderer zu mengen, die ihre Zeit mit Spioniren, Nachforſchen, Plaudern, Schwatzen, Zutragen und Verläumden zubringen.
Man ſagte alſo dem alten Kaufherrn:„Der junge Schriftſteller iſt in Ihr Fräulein Tochter verliebt; er macht ihr den Hof, läßt ſie keinen Augenblick aus den Augen und ſie ſcheint ihn gerne anzuhören, das iſt Jedermann bemerklich.“
Von dem Augenblick an, wo Jedermann(und Jedermann bedeutet hier die böſen Zungen in der Geſellſchaft) dieß bemerkte, war der Vater Paulinens ſehr mißvergnügt, daß er es nicht ſelbſt bemerkt hatte. Am andern Morgen ließ er ſeine Tochter vor ſich kom⸗ men, ſah ſie ſtreng an und fragte ſie, warum Herr Heinrich Jumieres ſich erlaube, ſie ſo oft zum Tanz aufzufordern und ſie immer mit den Augen verfolge. Ein liſtiges, erfahrenes Mädchen hätte ihrem Vater antworten können, daß ſie dem jungen Manne nicht verbieten könne, ſie zum Tanz aufzufordern und zu betrachten, aber Pauline konnte nicht lügen, ſie war eben ſo offen als ſchön. Bei den erſten Worten ihres Vaters ward ſie unruhig, ſchlug die Augen nieder und fing an zu weinen.
Thränen ſind nicht immer eine Antwort, aber man hält ſie oft für ein Geſtändniß. Herr Giraumont wurde ſehr böſe, und als Heinrich ſich bei ihm einfand, fragte er ihn, warum er ſich erlaube, ſeine Tochter zum Weinen zu bringen.


