Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Abende, an denen ich Sie treffen kann, ſo ſelten! Ach, wüßten Sie, Fräulein, könnten Sie errathen, was in mir vorgeht, aber ich werde nie wagen, es Ihnen zu ſagen, ich würde fürchten, Sie zu betrüben oder Ihnen zu mißfallen! O, ich wäre ſo unglücklich, wenn Sie mir verbieten würden, Sie zu lieben; ich wäre gezwungen, Ihnen nicht zu gehorchen... Sie nicht mehr lieben! während dieſe Liebe mein ganzes Leben ausmacht. o nein, das iſt unmöglich, Sie verlangen das nicht. nicht wahr, Sie erlauben mir, Sie zu lieben?“

Wenn Liebende einmal Worte'gefunden haben, gibt es keine Mittel mehr, ſie zum Schweigen zu brin⸗ gen; die ſchüchternſten, verlegenſten werden manch⸗ mal die beredteſten. Heinrich ließ ſein Herz ſprechen, und wenn die Liebe wahr iſt, muß das Herz ſich Luft ſchaffen. Pauline hörte ihn mit niedergeſchlagenen Augen an, allein ſie war glücklich, die Verſicherungen eines Gefühls zu hören, das ſie theilte; ſie ſtammelte von Zeit zu Zeit einige für jeden Andern als einen Geliebten unverſtändliche Worte, allein Heinrich ver⸗ ſtand ſie, er ſah wohl, daß man ſeine Liebe nicht zurückwies und war auf dem Gipfel des Glücks; er wollte eben dem jungen Mädchen zu Füßen fallen, als der alte Handelsherr eintrat.

Heinrich wußte nicht mehr recht, warum er ge⸗ kommen war; Pauline ſuchte in ihrem Kopfe zuſam⸗ men, was ſie ihrem Vater ſagen wollte. Zum Glück war Herr Giraumont nicht ſehr ſchlau und hatte ganz vergeſſen, wie die Liebe anfängt; vielleicht hatte er