Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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86 Wähtend die jungen Leute ſich herumſtritten, wer öffnen ſoll, läßt ſich eine Stimme von Außen alſo vernehmen:„He da, Faullenzer! wollt ihr heute gar nicht aufmachen?“

Die drei Bewohner des Zimmers ſehen ſich anz bei dem Laute dieſer ihnen wohlbekannten Stimme klärten ſich ihre Geſichtszüge auf, ſie lächeln und rufen zu gleicher Zeit:„Iſt es möglich!.. er iſt's.“

„Es iſt Heinrich!“

„Unſer lieber Heinrich!“

„Er iſt zurück!“

„Ei, freilich bin ich's,“ erwiederte die Perſon vor der Thüre;„aber wollt ihr mich da ſtehen

laſſen?“„

Dießmal ſtürzen alle Drei aus dem Bette und rennen, ohne ſich Zeit zum Ankleiden zu nehmen, an die Thüre; es gilt, wer zuerſt aufmacht. Bald iſt Heinrich Jumieres in ihren Armen.

Dieſer Heinrich Jumiéres war ein junger Mann von etwa fünfundzwanzig Jahren, von mittlerer Größe und ausgezeichneter Haltung; er hatte ein bleiches, ernſtes Geſicht, das, ohne gerade ſchön zu ſein, reizend war; die Sanftmuth ſeines Blicks, der Ausdruck ſeiner Augen, ſelbſt der Ton ſeiner Stimme kündigten ein liebendes Herz, eine tieffühlende Seele an. Das Geſicht täuſcht ſelten; wer das Gegentheil behauptet, verſteht ſich nicht darauf.

Heinrich mußte viel lieben und oft geliebt werden⸗ Im Allgemeinen lieben die Frauen, die ſich auf Phy⸗ ſiognomien verſtehen, die Männer, bei denen ſie tiefes