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Gefühl vermuthen; für diejenigen, welche vie Liebe nicht als bloße Galanterieartikel behandeln, iſt ein Liebhaber, der zu lieben weiß, nichts ſo Gewöhn⸗ liches, und dann iſt es ſchmeichelhaft, einem ernſt⸗ haften Geſichte ein Lächeln abzulocken, einen ſtummen Mund ſprechen, ein Feuer aufblitzen zu machen, das flammt und nicht bloß in Rauch aufgeht.
Die Eltern Heinrichs waren in ihrer Provinz an⸗ geſehen; ſie hatten ihrem Sohn ein mittleres Ver⸗ mögen hinterlaſſen, das jedoch hinreichend war für einen Junggeſellen, der durchaus nicht von dem Wunſche beſeelt war, zu glänzen und den großen Herrn zu ſpielen. Mit hundert Louisdors Einkünften hatte Heinreich lange glücklich und mit ſeiner Lage zufrieden gelebt. Nachdem er das Recht ſtudirt hatte, veranlaßte ihn der Geſchmack an den ſchönen Wiſſen⸗ ſchaften, den Advokatenſtand aufzugeben. Er hatte auf den Theatern Glück gemacht und verfolgte die neue Laufbahn, die er ergriffen hatte, mit Leiden⸗ ſchaft, als eine Begegnung ſein Schickſal änderte. Ihr könnt errathen, daß es ſich von einem Frauen⸗ zimmer handelt! Das Schickſal der Männer ſteht faſt immer unter dem Einfluß der Unterröcke. Manche Leute würden mit Beaumarchais ſagen:„Wo zum Henker hat man dieſen Einfluß angebracht; ich meine, man hätte keine veſſere Wahl treffen können.“
In einer bürgerlichen Abendgeſellſchaft, wo Hein⸗ rich als ein angehender Schriftſteller, der zu großen Hoffnungen berechtige, vorgeſtellt worden war, war er Paulinen Giraumont begegnet: es war dieß ein


