Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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„Wenn Sie das Ohr beißt, ſo greifen Sie oft mit Ihrer linken Hand nach demſelben, nicht wahr, Frau Nichet? Sie werden einen Buben bekommen.“ Dieſe: „Sie ſchlafen auf dem Rücken ein und wachen auf dem Bauche auf, Sie bekommen einen Erben, da iſt gar kein Zweifel. Nicht zufrieden mit allen die⸗ ſen Vorzeichen, die nach der Ausſage der Klatſch⸗ ſchweſtern noch nie getrügt hatten, ließ meine Mutter ſich noch von einem der berühmteſten Kartenſchläger damaliger Zeit die Karten ſchlagen: die Karten pro⸗ phezeiten ihr einen Knaben. Endlich exiſtirte da⸗ mals noch ein Herr, der ſein Handwerk nicht trieb, denn er war, wie ich meine, ein Schauſpieler auf einem Bollwerktheater, der mittelſt eines Bandes, womit er Arm und Hals maß, Einem ſagte, von welchem Geſchlechte das Kind ſei, das man unter dem Herzen trage, und der Herr hatte meiner Mut⸗ ter, nachdem er ſie gemeſſen hatte, die Geburt eines Sohnes angekündigt. Ich erfuhr alle dieſe Einzeln⸗ heiten von meiner Tante, denn Sie begreifen, daß ich ſie von dem Orte aus, wo ich mich damals be⸗ fand, nicht wiſſen kann.

„Doch trotz der Bänder, der Karten und aller untrüglichen Anzeichen gebar meine Mutter ein Mäd⸗ chen; das gab einen großen Aufruhr im Viertel. Die Klatſchſchweſtern behaupteten, meine Mutter habe ihnen nicht genau angegeben, was ſie fühle. Meine Mutter war übler Laune, daß ſie ſich in ihren Hoff⸗ nungen getäuſcht ſah; mein Vater wagte nicht, mich

zu liebkoſen, weil er fürchtete, er möchte ſeiner Frau