Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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mißfallen, und ich wurde empfangen wie die Leute,

welche in ein Haus kommen, um zu Mittag zu ſpei⸗ ſen, während man ſchon beim Nachtiſch iſt, wie jene Perſonen, welche mit Rubinen im Geſichte die Wuth

haben, Einen zu küſſen, oder endlich wie ein ſechs⸗

zehnter Paſſagier in einem Omnibus.

„Um das Unglück meiner Geburt ſo ſehr als möglich zu mildern, wurde beſchloſſen, mich als Kna⸗ ben zu kleiden und dieſen Anzug mich ſo lange als möglich tragen zu laſſen. Mir, wie Sie begreifen

werden, war es ganz gleichgültig, ob ich Hoſen oder

einen Rock trug; ich glaube ſogar, daß ich lieber männliche Kleidung getragen hätte. Als ich von der Amme, bei der man mich etwa drei Jahre gelaſſen hatte, zurückkam, erhielt ich den Anzug eines Knaben, dann ließ man mich ſpielen, laufen, herumſchlingeln wie einen wahren Schlingel. Ich blieb faſt nie bei meiner Mutter: ich war im Hof, auf der Straße und ſpielte mit kleinen Knaben von meinem Alter, hatte den Geſchmack, die Gewohnheiten meiner klei⸗ nen Kameraden. Ich kannte alle ihre Spiele, ich balgte mich ſogar, wenn es ſo weit kam. Allein wenn man mir vom Nähen, Stricken ſprach, wenn man mir eine Puppe gab, zuckte ich die Achſeln, ſchnitt Geſichter, ſtreckte gegen die kleinen Mädchen die Zunge heraus, wollte nicht mit ihnen ſpielen, und wenn man mir ſagte, daß ich ebenfalls ein Mädchen ſei, o, da gerieth ich in Wuth und behaup⸗

tete ſteif und feſt, das ſei nicht wahr, was den klei⸗

nen Knaben viel zu lachen gab.