Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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53 zimmer erräth leicht, was man vor ihr verbergen will, namentlich wenn es gilt, ein Leiden zu mil⸗ dern, einige Thränen zu trocknen. Das junge Mäd⸗ chen hat ſich vor dem Ofenroſt niedergelaſſen und während ſie den Waſſerkeſſel an's Feuer ſtellt, meh⸗ rere Male verſtohlen nach Georg und Timotheus geſchaut; ihre Stirne hat ſich verdüſtert und die Heiterkeit iſt aus ihrem gewöhnlich ſo lachenden An⸗ geſichte entflohen. Plötzlich ſteht ſie auf und ruſt aus:„Mein Gott! weil Sie hier ein ſo gutes Feuer haben, ſo erlau⸗ ben Sie mir, mein Nachteſſen dabei zu kochen.. nd wenn Sie ſehr liebenswürdig ſind, ſo theilen Sie ees mit mir.“ „Ihr Nachteſſen!“ ruft Timotheus, indem er mit Mühe die Rührung verbergen kann, die das Wort bei ihm erweckt.„Wie, Fräulein, Sie haben nicht zu Nacht gegeſſen?“ „Nein, noch nicht, und Sie vielleicht auch nicht?“ „Es iſt wahr,“ entgegnete Georg,„wir warte⸗ ten immer auf unſern Kameraden; wir waren in

Unruhe über ſeine lange Abweſenheit... und dann, glaube ich, haben wir keinen Vorrath mehr hier.“ „Das iſt ein Grund weiter, mein Nachteſſen zu theilen; unter Nachbarn ſchlägt man ſich ſo Etwas nicht ab. Ich will Alles holen, was ich bei mir habe. Zwar wird es leider nicht ſehr lecker ſein, das ſoge ich Ihnen im Voraus, allein meine Tante hat nir gerade Eier geſchickt, wir wollen alſo einen Eier⸗ tuchen machen.“.

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