Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

47

„Wenn ſie eben ſo gut iſt als hübſch,“ ſagt Ti⸗ motheus,„ſo iſt ſie eine Perle von einer Frau.“

„Wo iſt er denn?“ fragt Cölina, ihre Blicke auf die zwei Betten heftend, in denen Niemand ſichtbar iſt, weil Bouchenot ſich ganz unter die Decke verſteckt hat, als er die Nachbarin in das Zimmer kommen hörte.

„Da liegt er,“ ſagt Georg, an das Bett tre⸗ tend.„Vielleicht friert es ihn... ſehen wir, ob er ſchläft?“

Sanft lüftet Georg die alte Decke und zeigt den Kopf Bouchenots, der die Augen ſchließt und thut, als wenn er ſchliefe.

„Ah, ich erkenne Ihren Freund,“ ſagt Fräulein Cölina lächelnd;„es iſt der, der einmal ſo drollig angezogen war. Gewiß, ich bin keine Pietiſtin, allein ich habe den Spaß doch etwas zu ſtark gefunden, und da ich mich von ihm immer eines neuen Streichs verſah, ſo hätte ich ihm gewiß nicht aufgemacht, wenn er an meiner Thüre geklopft hätte. Allein er iſt krank, der arme Burſche, ich trage es ihm nicht mehr nach. Laſſen Sie ſehen, ob er Fieber hat.“

Cölina tritt näher, um Bouchenot den Puls zu fühlen; dieſer zieht, ohne die Augen zu öffnen, leb⸗ haft ſeine Hand zurück und verſteckt ſie an einen Ort, wo die junge Nachbarin ſie nicht wohl mehr ſuchen konnte.

„Hat er Krämpfe?“ fragt Cölina.

„Wir wiſſen nicht, was er hat; wir verſtehen nichts von dem Schrecken, den er zu empfinden ſcheint: