Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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gut mit den Kranken umgehen, kann Umſchläge ma⸗

chen und Blutegel ſetzen, ich kann alle möglichen

Mittel eingeben!... Ich wollte früher barmherzige

Schweſter werden, allein das Kleid ſtand mir nicht, und das hielt mich ab. Nun, führen Sie mich doch zu Ihrem Freunde.“

„Mein Gott, Fräulein, Sie ſind ſehr gütig; wir wollen Ihnen nicht ſo viel zumuthen, beſonders da es gerade Ihre Ruhezeit iſt. Wenn Sie uns nur etwas Zucker leihen könnten, das wäre genug.“

„Gewiß will ich Ihnen Zucker leihen: ich habe gerade vorgeſtern meinen Vorrath von meiner Tante erhalten; das iſt geſchickt. Meine Tante ſchickt mir monaklich zwei Pfund, das iſt nicht zu viel, und man kann nicht Alles damit verzuckern; allein ich habe genug, weil ich friſchen Schinken dem Zucker vor⸗ ziehe; ich liebe die Süßigkeit nur in der Unterhal⸗ tung. Doch ich will Ihrem Kameraden Thee machen⸗ denn die Männer verſtehen ſich nicht darauf... der arme Kranke wäre wohl ſchlecht verpflegt!... Meine Ruhe braucht Sie nicht zu beunruhigen... man

bringt manche Nacht mit Tanzen zu, und da kann

man ſchon auch eine opfern, um ſeinem Nachbar zu

dienen.“

Mit dieſen Worten lief die kleine Nachbarin, die immer ihr Licht in der Hand hielt, in das Zimmer der jungen Leute.

„Sie iſt etwas zu redſelig,“ ſagt Georg zu Ti⸗

motheus,„allein ſie ſcheint gutmüthig und verbind⸗ lich zu ſein.“