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In dieſem Augenblick erlaubte die Stille, die im ganzen Hauſe herrſchte, daß man ganz deutlich eine weibliche Stimme die Strophen ſingen hörte:
„Ach, wie ich beweine Mund, Aermchen und Bruſt, Die zierlichen Beine Und Lebens Verluſt.“
Dieſe, die nächtliche Ruhe unterbrechenden Laute machten einen ſchwer zu beſchreibenden Eindruck auf die beiden jungen Leute. Lächeln trat wieder auf ihre Lippen und die Hoffnung kam wieder in ihr Herz zurück.
„Das iſt die Nachbarin!“ ruft Timotheus,„es iſt Fräulein Cölina. Sie ſchläft nicht, weil ſie ſingt.“
„Man muß etwas Zucker bei ihr entlehnen,“ ſagt Georg.
„Zucker bei ihr entlehnen? Ich weiß nicht, ob ich es wagen kann.“
„O, dann gehe ich; für einen kranken Freund fürchte ich mich nicht, einen Dienſt zu verlangen!... Ueberdieß haben junge Mädchen immer ein gutes Herz; ſie wird uns gerne verbinden.“
„Im Ganzen genommen haſt Du recht, und dann müſſen wir ihr ſagen, daß ihre Freundin Prudentia ſie beſuchen wollte. Alſo, ich will an ihre Thüre pochen.“
Timotheus geht an die Thüre, da ruft ihm der nicht ſchläft, nach:„Wo willſt Du
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„Zu der Nachbarin drüben, etwas Zucker holen.“


