Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„Poiſonniére⸗Straße!“ murmelt Bouchenot; dann chlägt er auf's Neue die Augen nieder und ſcheint in tiefes Nachdenken verſunken.

„Denkſt Du ſchon daran, das junge Mädchen zu ſehen?“ fragt Timotheus ſcherzend;„ich ſage Dir zum Voraus, daß Du ihr gar nicht gefielſt ſo wenigſtens ſagte ſie uns hier, indem ſie ſich über Deine Hartnäckigkeit, ſie zu verfolgen, beklagte.“

„Und ich glaube, daß Du einen Nebenvuhler in Timotheus haben wirſt,“ ſetzte Georg lachend hinzu.

„Ich. zu dieſem Mädchen gehen... Gott be⸗ wahre mich!“ entgegnet Bouchenot leiſe.

„O, dieſe großartig ablehnende Miene!“ ſagt Timotheus;„Du thuſt, als wollteſt Du nichts mehr von ihr, weil Du wohl bemerkteſt, daß ſie Dich nicht anhören wollte; aber gewiß iſt ſie eine ſehr hübſche Perſon.. friſch wie ein Liebesapfel und feſt wie ein Fels.“

„Haſt Du Dich deſſen verſichert?“

„Nein, allein das merkt man gleich. Ueberdieß ſieht ſie ſehr ehrſam aus, nicht wahr, Georg?“

„Ja, ſo viel man nach dem Ausſehen urtheilen kann.“

d

„Meine Herren,“ ſagt Bouchenot ſeinen Freunden⸗

einen um den andern anſehend,„glaubt mir, geht keine Verbindung mit dieſem Fräulein Prudentia Flambard ein... und was die kleine Nachbarin neben uns anbelangt, ſo kann ſie, weil ſie eine gute Freundin von der andern iſt, auch nicht weit her ſein. ſprecht nicht mit ihr, ſucht nicht ihre Be⸗ kanntſchaft zu machen.“