Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Und er zeigte ihm die Zähne? Er zeigte ihm durchaus nichts, er ſchien im Ge⸗ gentheil ſehr gut Freund mit ihm. Ich wurde böſe, rufe meinem Hund: er folgt mir nicht. Der Herr willigt ein, mich in Ruhe zu laſſen, er entfernt ſich; Schnauzer folgt ihm und ich muß nun jenem Herrn nachlaufen. Endlich binde ich meinen Hund an eine Schnur und nehme ihn mit, aber bah! ich war noch nicht zehn Schritte weit, ſo hatte er die Schnur ab⸗ gebiſſen und war von Neuem fort. Da ich jenem Herrn nicht immer nachlaufen konnte, ſo entſchloß ich mich, weiter zu gehen; allein bei all' dieſem iſt mein Hund verloren und das macht mir Kummer, weil mein Taufpathe mir ihn ſehr auf's Herz gebunden hatte, und gewiß iſt es die Schuld jenes Herrn, der ohne Zweifel irgend ein Geheimniß beſitzt, die Hunde anzulocken. Und all' dieſes hat mich aufgehalten und iſt Schuld, daß ich zu ſpät zu Cöline kam. Fräulein, Sie haben nur einen Weg vor ſich, wieder zu Ihrem Hunde zu kommen, nämlich ihn ausſchreiben zu laſſen und dem, der ihn Ihnen wie⸗ derbringt, eine anſtändige Belohnung zu verſprechen. Eine Belohnung? Ach, meiner Treu'! ich bin zwar ſehr betrübt, allein ich habe kein Geld, um Be⸗ lohnungen zu geben. Wenn man Sie kennen würde, Fräulein, ſagt Timotheus,ſo bin ich überzeugt, daß man ihn Ihnen umſonſt zurückgäbe; man wäre zu glücklich⸗ Sie zu verbinden. Sie ſind ſehr gütig, mein Herr.